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Daniel Pennac und Jacques Tardi: Abwärts

Abwärts Info der Edition Moderne:
Bereits 1997 erschienen, wurde die Studie mit jedem Jahr aktueller. Zuletzt war es der Spendenskandal in der CDU, der auf beeindruckende Weise die Thesen Pohrts bestätigte. Nicht nur weigerte sich Kohl - gegen Recht und Gesetz -, die Namen der Spender zu nennen, er wurde deshalb auch nicht strafrechtlich verfolgt. Schon früh hat Jacques Tardi und Daniel Pennac unter Berufung auf den Horkheimer-Satz, wonach die gesellschaftliche Herrschaft "aus ihrem eigenen ökonomischen Prinzip heraus in die Gangsterherrschaft" übergehe, die aktuelle Entwicklung beschrieben: "Der Rechstbruch wird zur Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Wer an der Spitze steht, steht auch mit einem Bein im Knast." Oder auch schon mal mit beiden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Top-Manager, Finanzjongleure und Baulöwen sitzen ein, und ein vorbestrafter Politiker sitzt einer Kommission vor, die die Zwangsarbeiterentschädigung verhandelt. Jugendbanden und Russenmafial vervollständigen das Bild, während kein Tag vergeht, an dem die organisierten Verbrecher nicht vor dem organisierten Verbrechen warnen, das von der ganzen Gesellschaft Besitz ergreift. Statt aber noch einmal über die mittlerweile hinlänglichen bekannten Machenschaften der herrschenden Klassen sich zu verbreiten, unternimmt Pohrt den Versuch, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen sich auflöst, was Gesellschaft war, und an deren Stelle ein System von Gruppen, Cliquen und Banden tritt.

Daniel Pennac und Jacques Tardi: Abwärts. (La débauche, 2000). Aus dem Französischen von Eveline Passet. Deutsche Erstausgabe. Zürich: Edition Moderne, 2000, 75 S., farbige Comics, gebunden, 22.00 Euro (D)

 

 

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