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KrimiZeit-Bestenliste
Oktober 2014

1. Orkun Ertener: Lebt (Scherz)

2. Wolf Haas: Brennerova (Hoffmann & Campe)

3. Franz Dobler: Ein Bulle im Zug (Tropen)

 

Die KrimiZeit-Bestenliste ist eine Kooperation von

Die Zeit

NordWestRadio

 

Alle weiteren Titel der Bestenliste unter
www.zeit.de/krimizeit-bestenliste

Thomas Wörtches Leichenberg 10/2014
Die Vereinigten Staaten von Amerika stecken in einer tiefen Krise. Ihre Gesellschaft ist zerrissen und uneins, ihr außenpolitisches Gewicht fragwürdig, ihre moralischen "Werte" demontiert. Man kann darüber streiten, ob die Populären Kulturen auf diese Umstände reagieren oder sie, seismographisch, vorformulieren. Unübersehbar auf jeden Fall ist, dass Serien wie »Deadwood« oder »Boardwalk Empire« und Autoren wie u.a. James Carlos Blake oder Daniel Woodrell seit Jahren die Grundlagen dieser Gesellschaft neu denken, deren Mythen, Narrative und fragilen Konsense einer abermaligen Revision unterziehen und dabei den Stellenwert von "Genre" im Konzert der Künste spürbar erhöhen... Und was für die USA gilt, gilt (bald) auch für uns. Ein brillantes Beispiel für einen solchen Grundlagen-Check ist Bruce Holberts Debut-Roman »Einsame Tiere«...
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Thomas Wörtche: Meditationen über Gewalt
Das Muster scheint bekannt: Ein alter, zittriger Sheriff sattelt ein letztes Mal sein Pferd und macht sich noch einmal auf die Suche nach einem Bösewicht. Klassischer, kraftvoller Westernstoff, wie wir ihn etwa aus Filmen von Sam Peckinpah oder den Coen-Brüdern kennen. Der amerikanische Autor Bruce Holbert indes dreht in seinem Roman »Einsame Tiere« den Western um - und damit auch die Werte, die das Genre repräsentiert.
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Thomas Wörtches Leichenberg 09/2014
Gangster als tragische Helden - das gehört noch nicht einmal mehr zu den Mythen des Alltags, sondern zu der eher lustigen Denkfigur, dass "Gesellschaft" und "Organisierte Kriminalität" etwas kategorial Verschiedenes seien. Dashiell Hammett hat mit seinem Roman »Red Harvest« (1929) diesen Aspekt in die Kriminalliteratur eingeführt, bei Jerome Charyn, einem zentralen Gegenwartsautor unserer Zeit, ist diese Erkenntnis Zentrum seiner bisher elfbändigen Saga um den Cop Isaac Sidel aus der Bronx, der es als guter Mensch, Mafioso und Mörder zum Präsidenten der USA bringt. Für englische Verhältnisse modifiziert folgen Howard Linskeys Romane um ein kleines, nettes Familienunternehmen in Newcastle-upon-Tyne diesem Modell unserer heutigen Gesellschaft.
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Thomas Wörtche: Beseelte Tiere
Mit einer außergewöhnlichen Erzählperspektive wartet franko-kanadische Autor Wajdi Mouawad in seinem Roman »Anima« auf: Er lässt einen Frauenmord in Montréal und die Aufklärung weitgehend von unterschiedlichen Tieren rapportieren - von Katzen, Goldfischen, Gelbfiebermücken, Möwen und Rotfüchsen. Tragfähige Kritik am anthropozentrischen Erzählen, oder doch ein überladenes Unterfangen?
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Thomas Wörtches Leichenberg 08/2014
Es gibt Bücher, die man ungeduldig erwartet, auf die man sich einfach freut: Der dritte Teil der "Rache-Trilogie" von Mike Nicol ist so ein Fall. Nach »Payback« und »Killer Country« jetzt endlich Black Heart (btb). Die einem englischen Renaissance-Drama nachgebaute Geschichte der Rache einer "farbigen" (coloured) Frau an einem weißen Mann, die beide moralisch dubiose Figuren sind, schneidet wie mit einem Rasiermesser durch alle politischen Eiterbeulen von Südafrika....
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Thomas Wörtche: Neue Unübersichtlichkeit
Der Amerikaner Joseph Kanon verpackt in seinen Romanen immer ein reales Ereignis in einer spannden Geschichte. Sein neuer Roman führt nach Istanbul unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, eine der wenigen neutralen Metropolen. Die Stadt ist Magnet für legale und illegale Flüchtlinge, aber auch für Geheimdienstler aller Welt, die sich vor dem Hintergrund des aufziehenden Kalten Krieges neu positionieren und neue Allianzen eingehen müssen.
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Thomas Wörtche: Mit Idealismus in der Weltpolitik mitmischen
Olen Steinhauers neuer Polit-Thriller »Die Kairo-Affäre« spielt im Jahre 2011 während des lybischen Bürgerkrieges, und analysiert die Auswirkungen des Zusammenbruchs des Gaddafi-System auf die Macht- und Kräfetverhältnisse in der Region. Der clever inszenierte Roman ist Kritik und Demontage amerikanischer Omnipotenzvorstellungen, mit denen sich Steinhauer bereits in seiner Milo-Weaver-Triologie befasste.
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Thomas Wörtche: Szenen von Gewalt und Verbrechen
Bereits vor 50 Jahren erschien im damals literarisch renommierten Limes-Verlag John Hawkes Roman »Die Leimrute«, der als einer der Vorbereiter der Postmoderne galt. Anläßlich des Publikationsjubiläums wird das sperrige, aber faszinierende Buch um ein geklautes Rennpferd, Wettmanipulationen und die allmähliche Kriminalisierung eines gelangweilten Spießerpärchens neu aufgelegt.
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Thomas Wörtches Leichenberg 06/2014
Sind wir alle hysterisch und paranoid, weil wir den Amis alles Üble zutrauen? Der NSA, der CIA? Oder werden deren Anstrengungen, alles im Griff zu haben, was auf dieser Welt läuft, immer sisyphos-artiger, immer überdrehter, immer verworrener, weil auch sie ahnen, dass die Zeiten ihrer Omnipotenz vorbei sind und dass sie sich nur noch auf Omnipotenzphantasien hingeben können? Olen Steinhauer, den man als den legitimen Erben der Graham Greene, Eric Ambler, John Le Carré, Ross Thomas und Robert Littell bezeichnen darf, ohne sich des werblichen Euphemismus schuldig zu machen, hat in seiner sog. Milo-Weaver-Trilogie die Chinesen als wichtige Akteure im großen globalen Spiel auftreten lassen. In seinem neuen Buch Die Kairo-Affäre (Blessing), das 2011 während des libyschen Bürgerkriegs spielt, denkt er die politischen Implikationen durch, die der allmählich deutlich werdende Zusammenbruch des Gaddafi-Regimes für die Region haben kann....
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Thomas Wörtche: Sinnvoll Sterben
Ein Vortrag über Kriminalität und Religiösität.
Unredigiertes Vortrags-Manuskript, gehalten auf der Tagung: »Transmediale-Transversale Texturen Teil 1« - Arbeitskreis und Projekt "Literatur und Theologie" am Seminar Katholische Theologie der Universität Flensburg und dem Centro Studi Sara Valesio.
Bologna - New York. 12./13. Juni 2014.
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Thomas Wörtches Leichenberg 05/2014
Es ist völlig egal, was für eine Sorte Roman »Roter Mond« von Benjamin Percy (Penhaligon) eigentlich ist - er ist ein Polit-Thriller über den Umgang unserer westlichen Wertewelt mit ihren Außenseitern. Die heißen in diesem Roman Lykaner, das Wort "Werwolf" fällt an keiner Stelle, und sie sind auch keine albernen Horrorgestalten, sondern Menschen, die "anders" sind. Percys 640-Seiten-Epos beschreibt, wie aus mehr oder weniger friedlicher Koexistenz Misstrauen wird und wie Misstrauen in die Katastrophe führt, wenn sich die jeweiligen "Radikalen" oder Fundamentalisten einmischen und ihre Macht-Interessen als Wahrheit und "alternativlos" durchpowern, koste es, was wolle...
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Thomas Wörtche: Irgendwo in Mexiko
Mit seinem erfreulich unambitioniertem Thriller »Die Tote von San Miguel« und einem unterhaltsamen Spiel mit kriminalliterarischen Klischees erinnert der amerikanische Autor Jonathan Woods daran, dass Kriminalliteratur Literatur von unten ist und genau darin ihre Subversivität liegt.
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Autoren-Infos: H.R.F. Keating
Henry Reymond Fitzwalter Keating, wird am 31 Oktober 1926 in St. Leonards-on-Sea, East Sussex, geboren. Der distinguierte Name ist seinem Vater geschuldet, ein Schulmeister, der gerne selbst als Schriftsteller reüssiert hätte und der Überzeugung war, dass pompöse Initialien auf einem Buchdeckel eindrucksvoll wirken. Keating besucht die Merchant Taylors' School in Middlesex, Greater London, doch schon mit 16 Jahren verlässt er die Schule und verdingt sich bei der BBC als Techniker...
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Autoren-Infos: Harlan Coben
Harlan Coben, geboren am 04. Januar 1962, wuchs auf in Livingston, New Jersey. Er studierte Politikwissenschaft am Amherst College und arbeitete in der Reise-Firma, die seinem Großvater gehörte, bis er mit seinen Romanen reüssierte. Coben veröffentlichte zunächst zwei leidlich erfolgreiche stand-alones, bevor er seinen erfolgreichen Serien-Charakter mit dem merkwürdigen Namen Myron Bolitar ersann...
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