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KrimiZeit-Bestenliste
Februar 2015

1. Denise Mina: Das Vergessen (Heyne)

2. Jesper Stein: Weißglut (Kiepenheuer& Witsch)

3. Dennis Lehane: The Drop (Diogenes)

 

Die KrimiZeit-Bestenliste ist eine Kooperation von

Die Zeit

NordWestRadio

 

Alle weiteren Titel der Bestenliste unter
www.zeit.de/krimizeit-bestenliste

Thomas Wörtches Leichenberg 02/2015
Gute Zeiten für richtig gute Kriminalliteratur. Das hat sicher auch mit dem Trend zu tun, dass Kriminalliteratur mit politischem Akzent für kreative Köpfe interessanter zu sein scheint als das ganze Format- und Tüddelzeug. Die Schere zwischen belanglosem Wegknabberkram und Texten, die sich nicht mit einem Satz pitchen lassen, geht immer weiter auf. Das ist okay, weil es mittlerweile wieder genug Leser gibt, die sich nicht einfach von formula fiction zu dröhnen lassen wollen. Zu den spannendsten politischen Kriminalromanen aus Europa gehören die von Giancarlo De Cataldo, der mit »Romanzo Criminale« ein Meilenstein dieses Subgenres geschrieben hat. Ging es dort hauptsächlich um die Verquickung des Organisierten Verbrechens mit der antikommunistischen italienischen Politik im Kalten Krieg, begeben sich De Cataldo und sein Ko-Autor, der Journalist und Drehbuchautor Carlo Bonini jetzt in die Gegenwart: »Suburra. Schwarzes Herz von Rom« (Folio) heißt der neue Hammer-Roman...
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Thomas Wörtche: Der Polit-Thriller im Wandel der Zeit - ein Schnelldurchgang
Seit gut hundert Jahren begleitet der Poltitthriller die Realpolitik auf diesem Planeten und folgt den Veränderungen der demokratischen Kulturen. Ein Überblick für Eilige.
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Thomas Wörtche: Schön deprimierend
Düster, klaustrophobisch, deprimierend - und am Ende droht ein schlimmes Schicksal. So lässt sich Dave Zeltsermans roman noir »Killer« resümieren, in dem - natürlich - auch eine schöne Frau auftritt, der nicht ganz zu trauen ist. So weit so klassisch, doch Zeltserman übernimmt nicht bloß traditionelle Erzählkonstellationen, sondern macht neue Dinge daraus.
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Thomas Wörtches Leichenberg 01/2015
Schön, dass mit Stuart MacBrides »Das Knochenband« (Goldmann) der achte Roman um Logan McRae endlich auch bei uns erschienen ist, nachdem zwei weitaus schwächere Romane aus der weitaus schwächeren Serie um DC Ash Henderson den Fortgang der Serie gehemmt hatten. MacBride ist einer der wenigen, die ich kenne, der einerseits strukturell seine Masche durchziehen kann: Verschiedene, zunächst weit auseinanderliegende Stränge werden so verknotet, dass am Ende sogar die Kontigenz der Ereignisse ihren Platz hat. Hier geht es um einen Fantasy-Film, der Aberdeen als Filmstandort befördern soll, um ziemlich eklige Ritualmorde und um das Drogenbusiness des nicht nur lokalen Organisierten Verbrechens, mit dem der inzwischen als Detective Inspector diensttuende McRae an der Backe hat...
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Thomas Wörtche: Eine Stadt zu zynisch zum Trauern
Völlig unterschätzt wird bei uns die schottische Schriftstellerin Denise Mina. In ihrem neuen Roman »Das Vergessen« führt sie zurück in die Nacht vom 31. August 1997, als Lady Di in Paris tödlich verunglückte. Mina stellt unbequeme Fragen etwa über korrumpierte Institutionen und hebt sich wohltuend ab von ihren Kollegen, die den Krimi-Schauplatz Schottland häufig folkloristische darstellen.
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Thomas Wörtches Leichenberg 12/2014
In Kapstadt wird die Stimmung zwischen jüdischen und muslimischen Bevölkerungsteilen ungemütlich, als in einer Synagoge die geschändete Leiche eines anscheinend muslimischen Kindes gefunden wird. Der Nahost-Konflikt, jetzt auch in Südafrika? Von Inspector Eberard Februarie, nicht gerade everybody's darling bei der Polizei, erwartet man höheren Ortes eine bestimmte Handhabung des Falles, in dem auch eine reiche christliche Kirche, der Geheimdienst und der Innenminister mitmischen. Andrew Browns neuer Roman »Trost« (btb) nimmt ein Thema auf, dass auch seine Kollegen Mike Nicols und Deon Meyer umtreibt...
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Thomas Wörtche: Im Osten die Bösen
Ist dem hölzernen US-Patrioten Tom Clancy ein prophetischer Roman gelungen? Der im Oktober 2013 verstorbene Autor hat einen Roman hinterlassen, in dem Russland die Krim anektiert und einen neuen Kalten Krieg heraufbeschwört. Strippenzieher ist ein russischer Präsident mit KGB-Vergangenheit, der mit dem organisierten Verbrechen kooperiert, um ungeheure Reichtümer anzuhäufen.
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Thomas Wörtche: Der Marquis als Solitär
Die Werke des Marquis de Sades sind Schlüsseltexte zum Verständnis der Moderne. Pünktlich zu 200. Todestag des Marquis legt der Freiburger Historiker Volker Reinhardt eine de-Sade-Biographie vor, die sich - wie es im Untertitel heißt -, an einer "Vermessung des Bösen" versucht.
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Thomas Wörtches Leichenberg 11/2014
Keine guten Nachrichten für alle, die dachten, dass sich Don Winslow nach dem Debakel seiner Söldnerschwarte »Vergeltung« besinnen und mit »Missing. New York« wieder einen guten Roman vorlegen würde. Das neue Buch ist immerhin nicht so brachial-dumpf, atmet aber ganz und gar den Geist reaktionärer Modernitätskritik. Ein aufrechter, tapferer Kleinstadtsheriff aus Nebraska gibt der Mutter eines entführten Mädchens sein Wort, es wieder zu finden. Das ist absichtlich die Konstellation von Dürrenmatts »Das Versprechen«, gegen dessen bittere Ironie und gegen die Rolle der Kontingenz Winslow die amerikanische Hau-Drauf-Ideologie dessen setzt, der an das Gute glaubt...
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Thomas Wörtche: Selbstreferentielle Attacke aufs Krimigenre
Endlich wieder präsent auf dem deutschen Buchmarkt ist James Lee Burke, einer der großen zeitgenössischen US-Autoren. In seinem aktuellen Roman »Regengötter« erzählt in eigenwilliger Prosa von einem Massaker nahe der texanisch-mexikanischen Grenze, dem neun Frauen asiatischer Herkunft zum Opfer fielen. Burke überzeugt mit einem straffen, harten Plot, facettenreichen Figuren und stimmungsvollen Beschreibungen der Natur.
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Autoren-Infos: H.R.F. Keating
Henry Reymond Fitzwalter Keating, wird am 31 Oktober 1926 in St. Leonards-on-Sea, East Sussex, geboren. Der distinguierte Name ist seinem Vater geschuldet, ein Schulmeister, der gerne selbst als Schriftsteller reüssiert hätte und der Überzeugung war, dass pompöse Initialien auf einem Buchdeckel eindrucksvoll wirken. Keating besucht die Merchant Taylors' School in Middlesex, Greater London, doch schon mit 16 Jahren verlässt er die Schule und verdingt sich bei der BBC als Techniker...
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Autoren-Infos: Harlan Coben
Harlan Coben, geboren am 04. Januar 1962, wuchs auf in Livingston, New Jersey. Er studierte Politikwissenschaft am Amherst College und arbeitete in der Reise-Firma, die seinem Großvater gehörte, bis er mit seinen Romanen reüssierte. Coben veröffentlichte zunächst zwei leidlich erfolgreiche stand-alones, bevor er seinen erfolgreichen Serien-Charakter mit dem merkwürdigen Namen Myron Bolitar ersann...
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