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Thomas Wörtches Leichenberg 04/2013
Es sollte sich eigentlich nach bis her zwei Romanen (»Der Tourist« und »Last Exit«) herumgesprochen haben, dass Olen Steinhauer derjenige unter den neuen Polit-Thriller-Autoren ist, der am ehesten im Geiste John Le Carrés schreibt. Was keinesfalls "epigonal" heißen soll. In dem gerade erschienenen dritten Roman Die Spinne (Heyne) brennt Steinhauer ein Feuerwerk der hochspannenden Dialektiken ab, um die sich vernünftige Spionage-Romane gefälligst zu drehen haben. Milo Weaver, der zaudernde Held aller drei Romane, muss hier kapieren, dass man aus dem Geheimdienstgeschäft nicht aussteigen kann. Und schon gar nicht soll man versuchen, die Ränkespiele und Machinationen der Dienste als Ausdruck menschlicher Affekte wie Rachedurst und andere Sentimentalitäten zu verstehen. ....
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Thomas Wörtche: Auf dem Weg nach oben
Giancarlo De Cataldo hat sich als Richter in Rom unmittelbar mit dem Organisierten Verbrechen auseinandergesetzt. In seinen Romanen erzählt er die Geschichte des Aufstiegs und Falles eines kleinen, römischen Vorstadtgangsters, der sein tristes Leben hinter sich lassen und nach den Sternen greifen will. Cataldos Romane sind nicht bloß Gangsterporträt, sondern Porträt einer Gesellschaft, in der Gangster konstitutive Teile sind.
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Thomas Wörtches Leichenberg 03/2013
Kein anderer Autor, keine andere Autorin polarisiert im Moment so sehr wie Sara Gran. Ihr zweiter Roman, »Das Ende des Welt« (Droemer) stört anscheinend einen breiten Konsens, was im Kriminalroman geht und was nicht, was ein "Krimi" sei und was nicht. Tatsächlich ist Grans Hauptfigur Claire DeWitt, die sich als "beste Detektivin der Welt" bezeichnet, für eine Leserschaft, die zwar jeden mit Gekröse werfenden Killer und jedem family-value-Kitsch treu applaudiert, aus Gründen suspekt, die schon in den 1960s für Empörung sorgten: DeWitt ist meistens bis zu den Kiemen vollgekokst oder mit anderen Substanzen bedröhnt, ist sexuell autonom, schnappt sich nach gusto Mann oder Frau für einen Quickie und hängt einem Vordenker an, dem fiktionalen französischen quasi "poststrukturalistischen" Detektiv-Guru Jacques Silette, aus dessen Werk "Détection" sie zitiert, wie man weiland die Mao-Bibel, Marx oder Wittgenstein zitiert hat...
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Thomas Wörtche: Kriminalliterarische Equilibristik
Für ihr Debüt »Die Stadt der Toten« erhielt Sara Gran den Deutschen Krimipreis. Nun liegt der zweite Roman »Das Ende der Welt« vor, in dem wieder Claire DeWitt ermittelt. DeWitt ist nicht nur die "beste Detektivin der Welt", sondern der literarische Gegenentwurf zu allen Heldinnen, die die Kriminalliteratur in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat.
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Thomas Wörtche: Viel los in Kentucky!
Elmore Leonard bewegt sich auch in seinem neuen Buch »Raylan« in den Bereichen, wo der Fokus der hohen Literatur meist nicht hinreicht. Diesmal ist sein Schauplatz eine heruntergekommene Bergbauregion in Kentucky, in der die Menschen zum ökonomischen Überleben kreative Formen der Einkommenssicherung beherrschen müssen.
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Thomas Wörtches Leichenberg 02/2013
An Büchern von Elmore Leonard klebt seit Jahrzehnten wie ein Blutegel der bescheuerte Werbespruch aus der "New York Times", er sei der "beste Krimiautor der Gegenwart, vielleicht der beste aller Zeiten" - jetzt auch auf dem Cover von »Raylan« (Suhrkamp), mit dem der Verlag seinen anderen Autoren wie Don Winslow und Co. mitteilt, sie seien konsequenterweise zweitrangig. Nicht erwähnt wird lieber, dass Raylan Raylan Givens ist, der US-Marshal aus der Fernsehserie »Justified«, dessen Darsteller Timothy Olyphant auch das Frontcover ziert - aber meine Güte, ja, wahrscheinlich handelt es sich dabei um vornehmes Understatement....
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Bianca Reineke: Land und Stadt und Mord
Ann Granger ist eine auffallend flexible Schriftstellerin: Zunächst verfasste sie ein gutes Dutzend historischer Liebesromane, bevor sie sich der Kriminalliteratur zuwandte. Populär wurde sie mit den Kriminalromanen um Meredith Mitchell & Alan Markby, die in fünfzehn Büchern auf Verbrecherjagd gehen. Die Mitchell & Markby-Romane sind in der Provinz angesiedelte Bücher und stehen in der Tradition britischer Landhaus-Krimis. Anders funktionieren Grangers Romane um die arbeits- und zeitweilig obdachlose Schaupspielerin Fran Varady aus London. Wiederum Neuland betritt sie mit einer Reihe historischer Krimis, die im viktorianischen England spielen, und eine - vorerst - letzte Wendung nimmt ihr Schaffen, mit den den Romanen um die Polizistin Jessica Campell, in denen Ann Granger ihrem Publikim ihre erste professionelle Ermittlerfigur präsentiert.
In einem Interview mit Bianca Reineke gibt die englische Autorin Auskunft über ihre literarisches Schaffen und die Hintergründe ihrer Figuren.
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Autoren-Infos: H.R.F. Keating
Henry Reymond Fitzwalter Keating, wird am 31 Oktober 1926 in St. Leonards-on-Sea, East Sussex, geboren. Der distinguierte Name ist seinem Vater geschuldet, ein Schulmeister, der gerne selbst als Schriftsteller reüssiert hätte und der Überzeugung war, dass pompöse Initialien auf einem Buchdeckel eindrucksvoll wirken. Keating besucht die Merchant Taylors' School in Middlesex, Greater London, doch schon mit 16 Jahren verlässt er die Schule und verdingt sich bei der BBC als Techniker...
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Autoren-Infos: Harlan Coben
Harlan Coben, geboren am 04. Januar 1962, wuchs auf in Livingston, New Jersey. Er studierte Politikwissenschaft am Amherst College und arbeitete in der Reise-Firma, die seinem Großvater gehörte, bis er mit seinen Romanen reüssierte. Coben veröffentlichte zunächst zwei leidlich erfolgreiche stand-alones, bevor er seinen erfolgreichen Serien-Charakter mit dem merkwürdigen Namen Myron Bolitar ersann...
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